Studienfahrt nach England 2019

Mittlerweile ist die Studienfahrt nach England, die jährlich im September für Schüler der zehnten Klassen stattfindet, Tradition. Ein gutes Jahr dauert die Vorbereitung und alle Schüler und auch die Lehrer sind stets glücklich, wenn es dann endlich losgeht. Am 15.09.19 stiegen 39 wissbegierige Schüler und vier motivierte Lehrer in den durchaus luxuriösen Reisebus, der sich sogleich in Richtung Calais/Frankreich aufmachte. Über Nacht wurden die Länder Deutschland, die Niederlande, Belgien und Frankreich durchquert. Am Morgen des 16.09. bestiegen die Hundertwassler mit etwas Verspätung die Fähre nach Dover. An Deck stehend zeigten sich nach rund einer Stunde Fahrzeit die ersten Anzeichen Britanniens: die majestätischen Kreideklippen der Südküste. Auf der Busfahrt nach Canterbury wurde dann der Linksverkehr bestaunt. Fahren auf der anderen Straßenseite, das hatten bisher die wenigsten Schüler erlebt. In Canterbury blieb lediglich Zeit, erste Eindrücke der Historie Englands zu sammeln und das ein oder andere Kleidungsstück oder Mitbringsel für die Daheimgebliebenen zu besorgen. Noch aufregender als der erste Besuch einer englischen Stadt war jedoch das Kennenlernen der Gastfamilien. In Hastings, unserem Aufenthaltsort für die nächsten drei Tage, warteten die Schüler auf ihre host families. Jeweils zu zweit, zu dritt oder zu viert fuhren die Schüler in ihr vorübergehendes Zuhause. Zimmer wurden bezogen, die erste „britische“ Mahlzeit vertilgt.

Der erste große Ausflug fand am Folgetag statt. England ist bekannt für seine Burgen und Schlösser. Eins davon sollten auch unsere Schüler aus nächster Nähe kennenlernen: Leeds Castle. Dieses liegt an einem See inmitten unendlich grüner Flächen und ist an Ruhe und Schönheit kaum zu überbieten. Neben den historischen Gebäuden wurde natürlich auch das Labyrinth erkundet. Um auch der Nachwelt und den Daheimgebliebenen zu zeigen, was Leeds Castle alles zu bieten hat, hatten die Schüler die Aufgabe, ein Informationsvideo zu drehen. Das Wetter ließ dazu keine Wünsche offen: Sonnenschein, blauer Himmel und angenehme 20 Grad Celsius. Im Anschluss besichtigten die Reisenden die Kleinstadt Rye. Rye besticht durch seine neckischen Gassen und kleinen unkommerziellen Läden. Waschechte Süßigkeitenläden, Buchhandlungen und Eisdielen wurden von den Schülern geentert. Auch kamen viele Schüler an diesem Tag mit Einheimischen in Kontakt: Eine Gruppe englischer Schüler stand an der Bushaltestelle und kam mit unseren Schülern ins Gespräch. Instagramfreundschaften entstanden und die Rostocker merkten zum ersten Mal, wie cool es sein kann, sich in einer anderen Sprache zu verständigen. Andere quatschten ungehemmt mit Ladenbesitzern und erzählten nach Lust und Laune Lebensgeschichten.

Ausgeruht und überwiegend glücklich startete der Bus am nächsten Morgen zeitig, um in Richtung Brighton aufzubrechen. England besticht nicht nur durch seine historischen Städte, sondern auch durch Natursehenswürdigkeiten. An den Klippen von Beachy Head wanderten die Schüler auf weiten Weideflächen in unmittelbarer Nähe zur Steilküste entlang, den Ozean stets im Blick. Highlight war der weiß-rote Leuchtturm, der sich Wind und Wetter trotzend aus den Wellen der Brandung hervorhob. Danach fuhr die Gruppe in die moderne Stadt Brighton. Die Stadt am Meer ist zunächst für den Freizeitpark bekannt, der auf einer Pier gelegen ist. Achterbahnfahren über dem Meer, Spielhöhle, unterirdisches Aquarium und jede Menge Möglichkeiten, nach Belieben zu shoppen: Das ist Brighton.

Natürlich ist eine Studienfahrt keine Studienfahrt, wenn nicht die Weltmetropole London besichtigt werden würde. Dieses stand am letzten Tag auf dem Plan. Nach der Verabschiedung von den Gastfamilien stieg die Reisegruppe frohen Mutes erneut in den Bus. In London angekommen, wartete bereits die Cityfähre auf uns, die uns stadteinwärts die Themse entlang brachte. Wir passierten die Tower Bridge und den Tower of London und erreichten nach einem anschließenden kurzen Fußmarsch die St. Paul‘s Cathedral, die größte Kuppelkirche Europas. Wer wollte, konnte den Kirchturm erklimmen und sich London von oben anschauen. Die anderen bestaunten die aufwändigen Wandmalereien im inneren der Kirche oder die weitläufigen unterirdischen Katakomben. In der Kirche mussten zusätzlich Aufgaben gelöst werden. Im Anschluss an die Kirchenbesichtigung hatten die Schüler individuelle Freizeit, um London auf eigene Faust zu erkunden. Viele Schüler nutzten die Zeit, um die bisher nur aus den Lehrbüchern bekannten Sehenswürdigkeiten zu besichtigen, andere gingen bummeln, wieder andere entspannten einfach nur und genossen den Großstadtrummel. Am Abend trafen sich dann alle am London Eye, dem berühmten Riesenrad, von dem aus man den besten Blick über die Stadt hat. Da auch an diesem Tag das Wetter sehr sommerlich war, hatten wir das große Glück, London im Schein der untergehenden Sonne zu betrachten.

Die Schnellfähre brachte uns danach zurück zum Bus, der uns – erneut über Nacht – pünktlich am Freitag zurück zu den heiligen Hallen der Hundertwasser-Gesamtschule fuhr. Wir Lehrer sind gespannt darauf, was die Schüler in den abschließenden Studienfahrtprojekten berichten werden und bedanken uns bei den Schülern dafür, dass die Reise dank absoluter Zuverlässigkeit und guter Laune auch für uns ein unvergessliches Erlebnis war. Größter Dank gilt der Organisation durch die Lehrer und den entsprechenden Reiseveranstalter. Wir freuen uns aufs nächste Jahr.